Halbinsel Wustrow

Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Wustrow

Landschaftsschutzgebiet Salzhaff
Landschaftsschutzgebiet Salzhaff

Laut Landesverordnung gehören der Großteil der Halbinsel Wustrow, die Wasserfläche der Kroy, ein Teil des Salzhaffs sowie Bereiche des Flachwassers der Ostsee zum Naturschutzgebiet. Das Schutzgebiet beginnt im Südwesten des Ostseebades Rerik und ist inklusive der angrenzende Wasserflächen 1940 Hektar groß. Aufgrund der militärischen Nutzung ist die Halbinsel von Küstenverbau, Überdüngung und anderen häufigen Nachteilen einer starken touristischen Nutzung verschont geblieben. Hervorzuheben ist auch die Küstendynamik zwischen Haff, Festland und Ostsee, die nahezu ungestört geblieben ist. Seeseitig gelangen allerdings häufig Segler und Surfer in das Schutzgebiet, was zu Störungen bei den Wat- und Wasservögeln bzw. den Brutvögeln führt. Die Nachwuchsrate ist daher bei einigen Küstenvogelarten zumindest in diesem Abschnitt eher gering. Die Halbinsel und das angrenzenden Salzhaff gehören zum EU-Vogelschutzgebiet „Küstenlandschaft Wismar-Bucht“ und unterliegen damit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Die großen haffseitigen Röhrichtflächen sind Feuchtgebiete von nationaler Bedeutung. Dort siedeln viele salzliebender Pflanzen und zahlreiche Brutvogelarten, welche sich in den Flachwasserbereichen des Salzshaffs sehr wohlfühlen.

Tier- und Pflanzenwelt auf der Halbinsel Wustrow und am Salzhaff

Hervorzuheben sind vor allem Pflanzenarten wie Stranddistel, Gemeiner Meerkohl oder Sand-Lieschgras, die in Mecklenburg-Vorpommern bereits vom Aussterben bedroht sind. Darüber hinaus gedeihen auf Wustrow unter anderem auch der Echte Eibisch, die Gemeine Natternzunge, die Strand-Grasnelke oder der Strandflieder. Außerdem ist die Halbinsel reich an Rosen- und Weißdorn-Kleinarten. In offenen Bereichen ist sehr häufig Land-Reitgras zu finden, in den Grünländern wachsen Pflanzenarten wie Golddistel, Wiesen-Margerite oder die Knäuel-Glockenblume.

Wustrow: Nordöstlicher Küstenstreifen
Halbinsel Wustrow dient als Lebensraum für Vögel

Nicht zuletzt ist die Halbinsel ein großartiger Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere. Nachgewiesen konnten 88 Brutvogelarten, davon 25 gefährdete Arten sowie Tierarten wie die Zwergseeschwalbe, die Brandgans oder der Sandregenpfeifer, die vor allem in den Küstenbereichen leben. In den Offenlandflächen findet man Braunkehlchen, Karmingimpel oder Neuntöter, diese erreichen hier relativ hohe Brutdichten. Die Bereiche des Flachwassers im Salzhaff bzw. in der Kroy sind für überwinternde, rastende und durchziehende Wasservögel wie Reiherente, Schellente oder Saatgans von großer Bedeutung. Außerdem konnte man im Gebiet 18 Libellenarten nachweisen, darunter beispielsweise die Kleine Pechlibelle oder die Glänzende Binsenjungfer, die auf der Roten Liste Mecklenburg-Vorpommerns zu finden sind und damit zu den gefährdeten Arten zählen.

Diverse Amphibien und Reptilien wie Waldeidechsen, Ringelnattern, Wechselkröten oder Laubfrösche sind in den Salzwiesen ebenfalls gern zu Hause. Auch verschiedene Heuschreckenarten treten im Naturschutzgebiet häufig auf, wie zum Beispiel die Gefleckte Keulenschrecke, die vor allem am Kieler Ort zu finden ist.

Oberstes Ziel des Schutzgebietes sind der Schutz und die Bewahrung gefährdeter Pflanzen- und Tierarten, außerdem hat die Wismarbucht große Bedeutung für die Überwinterung, den Durchzug und die Brut von vielen Wat- und Wasservogelarten.

 

© Halbinsel Wustrow, Ragnar1904 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
© Landschaftsschutzgebiet Salzhaff, Derzno (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
© Wustrow – Nordöstlicher KüstenstreifenRagnar1904 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

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